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Sanft garen - fetzig würzen
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Von sanften Garmethoden profitieren zwei: das Gar-Gut – also beispielsweise das Fleisch – und der Glückliche, der es im Anschluss verspeisen darf. Diese schonende Art der Zubereitung setzt jedoch voraus, dass sich die Köchin oder der Koch bei der Zubereitung etwas mehr Zeit nimmt.
Beim jüngsten Stiehle-Kochabend entstanden nach einer Garzeit von gut einer Stunde und 45 Minuten leckere, innen noch leicht rosafarbene, „Mediterran gefüllte Schweinemedaillons“. Vor dem Garprozess sollte das Fleisch bereits Zimmertemperatur angenommen haben. Zur Ergänzung des Hauptgerichts hatte Kursleiterin Verena Jäger feine Gabelspaghetti und Spinatpesto ausgewählt. Ein Gedicht war die von Verena Jäger bereits vorbereitete, dunkle Grundsauce mit Balsamico. Sie hatte stundenlang vor sich hin geköchelt und bestand unter anderem aus Kalbs- und Ochsenschwanzknochen. Was hier schon so verführerisch klingt, schmeckte auch köstlich.
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Doch der Reihe nach: Um den phantasievoll zusammengestellten Speiseplan realisieren zu können, bedurfte es eines aufwändigen Einkaufs: Die exotischen Früchte, Gewürze, Gräser und Beeren aus aller Herren Länder weckten sofort die Neugierde der Kursteilnehmer.
Gaumenkitzel gleich zur Begrüßung: Verena Jäger bot selbstgemachte Butter in drei Geschmacksrichtungen an – einmal mit Pilzen angereichert, dann mit Espresso und Kardamom beziehungsweise „zitronig“ abgestimmt. Dazu gab es frisches Baguette-Brot und ein Gläschen Prosecco.
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Die zweite Vorspeise stellten die engagierten Hobby-Köchinnen und Köche her: Kokos-Zitronengrassuppe mit Hähnchenspieß und gerösteten Cashew-Kernen. Das Hähnchenfleisch für die Spieße wurde zum direkten Geschmacksvergleich einmal pochiert, das heißt, im Dampfgarer auf dem Lochblech sanft gegart, das andere Mal im hauseigenen Teppanyaki-Grill knusprig angebraten. Beide Methoden der Zubereitungen überzeugten. Dass Zitronengras „angeklopft“ werden sollte, damit seine ätherischen Öle zur Entfaltung kommen, lernten die Kochkursteilnehmer ganz nebenbei von Verena Jäger.
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Viel Kleinarbeit setzten die „Variationen von gedämpften Frühlingsröllchen“ voraus. Es galt, Paprika, Zucchini und Lauch in feinste Streifen zu schneiden. Tofu und Sojasoße dürfen bei diesem Gericht nicht fehlen. Eingerollt in dünne, runde Reisteigblätter, wird die fertige Füllung im gelochten und gefetteten Garbehälter nur zirka fünf Minuten im Dampfgarer gedämpft und schließlich mit einem Schnittlauchhalm umbunden. Diese Frühlingsröllchen sind zwar nicht so knusprig wie die in der Friteuse zubereiteten, aber auch längst nicht so fettig. Ein Chili-Honig-Dip mit Orange passt wunderbar zu den selbstgemachten Röllchen.
Ein unkonventioneller, herrlich fruchtiger und knackiger Salat entstand aus drei Fenchelknollen, sechs Orangen, zwei bis drei Limetten, drei Frühlingszwiebeln, glattem Petersilie, Olivenöl und rosa Pfefferbohnen (Shinusfrucht). Fenchel gibt es um diese Jahreszeit übrigens schon frisch aus Italien.
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Auf das Dessert dürfen sich die Kursteilnehmer immer zu recht freuen. Diesmal gab es eine leichte Buttermilch-Mousse mit exotischen Früchten in Gewürzsirup. Steif wurde die Masse dank Blattgelatine. Auch zwei Eiweiße und zwei Becher Sahne gehören in die Mousse. Statt Zucker enthielt diese Nachspeise Agavensirup, der noch süßer schmeckt als Honig. Wem da nicht schon beim Lesen der Zutaten das Wasser im Munde zusammen läuft… (Christine Knauer)
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